Die Alternative zu Zwift im Test: MyWhoosh

Die Alternative zu Zwift im Test: MyWhoosh

Die Alternative zu Zwift im Test: MyWhoosh

Ist die neue Indoor-Cycling-App gut genug, um den Platzhirsch Zwift zu schlagen?

Da meine Frau seit der letzten Wintersaison auch regelmäßig auf dem Rollentrainer sitzt, habe ich nach einer bezahlbaren Alternative zu Zwift gesucht, die zudem mehrere Accounts unterstützt.

Im folgenden Text vergleiche ich MyWhoosh hauptsächlich mit Zwift, da ich dieses seit Jahren regelmäßig benutze, weil Zwift die meisten User hat und damit der unangefochtene Platzhirsch ist. Natürlich gibt es noch weitere beliebte Indoor-Cycling-Apps wie Rouvy, TrainerRoad, FulGaz, Kinomap und viele mehr, mit denen ich aber keinen Vergleich ziehen kann, da ich sie bisher nicht aktiv genutzt habe. Alle anderen Apps sind zudem kostenpflichtig und unterstützen keine Mehrfach-Accounts und erfüllen damit nicht meine Voraussetzungen. Lediglich Rouvy bietet drei verschiedene Abonnementpläne an: Single (14,99 € pro Monat) für einen Account, Duo (19,99 € pro Monat) für zwei Accounts und Group (32,99 € pro Monat) für bis zu fünf User.

Was bietet MyWhoosh?

MyWhoosh ist eine (momentan) kostenlose Indoor-Cycling-App, die eine virtuelle Welt ähnlich wie Zwift bietet. Sie ermöglicht es, mit anderen Usern frei zu fahren, über einen Chat zu kommunizieren, Rennen zu fahren, in Gruppen zu fahren oder strukturierte Workouts zu absolvieren. 

Konkret in Zahlen verspricht MyWhoosh derzeit:

  • 1159 KM Routen
  • Über 730 Workouts
  • 39 Trainingspläne
  • Teilnehmer aus über 109 Ländern

Einrichtung: einfach und intuitiv

Um MyWhoosh nutzen zu können, benötigt man wie für andere Anwendungen auch, einen Smarttrainer. Die App sollte mit allen gängigen Smarttrainern problemlos funktionieren, ich habe sie mit einem Tacx Flux 2 getestet. Das Einrichten und Verbinden funktionierte bei mir bisher immer problemlos. Auch die Verbindung mit dem Polar Verity Sense und einem iPad hat immer zuverlässig funktioniert. 

Die grafische Darstellung ist sehr gut. Allerdings erscheint mir die Schrift im Userinterface oft etwas zu klein und dadurch etwas schwer zu lesen. Gerade während des Fahrens hatte ich manchmal Schwierigkeiten den Text zu lesen.

Gamification:

Bei einer virtuellen Radwelt stellt sich natürlich die Frage: wie steht es um den Gamifaction Faktor auf der Plattform? Bei MyWhoosh gibt es leider kein ausgeklügeltes Belohnungs- oder Motivationssystem wie bei Zwift, wo man „Schweistropfen“ für den Shop sammeln kann. Im Hinblick auf Gamification hat MySwoosh noch Luft nach oben. Das Aufleveln und Freischalten von Rädern, Zubehör und Kleidung böte noch genügend Potenzial um mehr spielerische motivierende Elemente einzubringen.

Routen:

MyWhoosh bietet derzeit fünf verschiedene Welten. In jeder Welt können mehreren Routen befahren werden, freies Fahren ist natürlich auch möglich. Das Prinzip ist dasselbe wie bei Zwift, die verschiedenen Welten sind an unterschiedlichen Wochentagen online und können dann befahren werden. Alula war die erste Welt die es auf MyWhoosh gab, sie ist immer online. 

Die anderen Welten sind Belgien, Kolumbien, Australien und Arabien. Die Plattform bietet damit eine ausreichende Anzahl an Landschaften, von herausfordernden Anstiegen und flachen schnellen Passagen, bis hin zu üppigen Dschungeln, kargen Wüsten, dichten Städten und hügeligen Landschaften.

Workouts: Überraschend umfassend

Positiv überrascht hat mich die Auswahl an fertigen, strukturierten Trainingseinheiten und Trainingsplänen. Je nach Zielsetzung kann man sich für ein einzelnes Training oder einen kompletten, strukturierten Trainingsplan entscheiden. Natürlich habe ich zuerst einen FTP-Test gemacht, dieser war sehr ähnlich aufgebaut wie das Pendant bei Zwift. Bis auf die etwas zu kleine Schrift der Anweisungen fand ich das Workout sehr gut und gelungen. Zusätzlich enthält die App einen Workout Builder, mit dem man eigene Trainingseinheiten erstellen kann.

Verfügbarkeit auf den Plattformen

MyWhoosh ist für iOS, iPadOS, Android und Windows verfügbar. Leider ist die App nicht für macOS oder Apple TV verfügbar.

Es gibt aber einen Workaround: Man kann den Bildschirm eines iPhones oder iPads direkt auf ein MacBook oder einen Fernseher spiegeln.

Während ich diesen Text schreibe, hat MyWhoosh ein Beta Programm für macOS gelauncht. Also wird es in absehbarer Zeit auch eine Mac App geben. Auch ein App für Apple TV wurde angekündigt.

Mein Fazit:

Kann ich MyWhoosh weiterempfehlen? Ja, auf jeden Fall! Gerade wenn man mehrere aktive Nutzer im Haushalt hat, ist es ein kostengünstig Lösung um auf einem Smarttrainer trainieren zu können. Die Plattform bietet alle Funktionen, die man von einer Indoor-Cycling-App erwartet: freies Fahren, strukturierte Trainings und Trainingspläne in einer schönen Optik. MyWhoosh ist derzeit die beste kostenlose Indoor-Cycling-App für Smarttrainer. Für meine Bedürfnisse reicht sie vollkommen aus. Wer allerdings viele andere User bei Community Rides und Races haben möchte, ist mit dem Platzhirsch Zwift wahrscheinlich besser bedient. Derzeit ist die Nutzerzahl bei MyWhoosh noch zu gering um eine sehr hohe Beteiligung bei Community Rides zu haben.

Was meint ihr zu MyWhoosh? Ist es eine Alternative zu den andern gängigen Indoor-Cycling-Apps? Wer hat MyWhoosh schon ausprobiert?


Kommentare

4 Antworten zu „Die Alternative zu Zwift im Test: MyWhoosh“

  1. Avatar von Nicole
    Nicole

    Hi

    Cooler Beitrag !! Kannst du mir sagen ob beim Tax Flux der ERG mode funktioniert in my Woosh? Also das sich die resitance ändert von alleine um die Wattzahl zu halten? Lieben Dank schon Mal. Nicole

    1. Hallo Nicole,

      vielen Dank für deine Frage! Ja, der Trainingsmodus funktioniert mit dem Tax Flux. Ich habe auch einen Tax Flux in Verwendung. Du kannst ja mal Rückmeldung geben, wie du das Programm findest. Grüße

  2. Avatar von Markus
    Markus

    Ich nutze seit kurzem MyWhoosh über die neue Windows App. Mit dem iPad hatte ich Probleme mit meinem alten Elite Direto und Bluetooth, aber per Ant+ am Laptop klappts super, sieht super aus und auch bei uns ist die Multi-User-Option eins der Hauptargumente.

    1. Hallo Markus,
      vielen Dank für deinen wertvollen Hinweis! Mit der Windows App habe selbst leider keine Erfahrung.

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