UTFS Speedtrail 2026: Mein Frühlingshighlight und ein bitterer Beigeschmack

Der Speedtrail beim LOWA Ultratrail Fränkische Schweiz war für mich im Jahr 2026 das Frühlingshighlight. Auf dieses Rennen habe ich meine bisherige Saison ausgerichtet. Alles, was vorher kam, die Deutsche Meisterschaft im Berglauf in Breitungen, der Meißner Marathon Doppeldecker und ein paar weitere Wettkämpfe, waren für mich im Grunde Trainingswettkämpfe. Belastungen mit Wettkampfcharakter, um Form, Kopf und Beine schrittweise auf den 26. April vorzubereiten. Für meine beiden Jungs war es als Highlight geplant, waren sie doch die Erstplatzierten des vergangenen Jahres.

UTFS 2026 Marcel Neumann
UTFS 2026 Marcel Neumann

Warum es immer wieder die Fränkische Schweiz ist

Es war diesmal bereits meine vierte Teilnahme beim UTFS. Wenn mich jemand fragt, warum ich da Jahr für Jahr zurückkomme, fällt die Antwort kurz aus: Weil dieser Lauf in der deutschen Trailszene im Mittelgebirge seinesgleichen sucht. Die Anmeldeplätze sind deshalb regelmäßig innerhalb weniger Stunden ausverkauft, die Szene trifft sich dort, und entsprechend kompetitiv ist dann auch das Läufer- und Läuferinnenfeld. Im vergangen Jahr, lief ich dort bei der Deutschen Meisterschaft im Ultratrail auf Bronze in meiner Altersklasse.

Dazu kommt: Der UTFS ist von uns aus gut zu erreichen, bietet aber trotzdem ein vollständiges Trailrunning Erlebnis auf hohem Niveau. Viele Singleltrails, tolle Landschaft, gute Organisation. Man muss nicht unbedingt in die Alpen fahren, um echtes Trailrunning zu erleben.

Und nicht zu vergessen: Es ist einer der wenigen Läufe in Deutschland, bei dem auch unsere jugendlichen Jungs einen eigenen, anspruchsvollen Youthtrail Wettkampf laufen können. Genau das macht den UTFS für uns zum Anlaufpunkt für die gesamte Familie.

Bedingungen: trocken, aber heiß

Die Strecke war trocken – bei dem Anteil an Singletrails, Wurzeln, Stufen und Steinen ein echter Vorteil. Die Hitze hat dafür ordentlich zugesetzt. Wer bei diesem Wetter nicht regelmäßig getrunken hat, hatte spätestens nach der zweiten Streckenhälfte ein Problem. Insgesamt waren es Bedingungen, mit denen man arbeiten konnte – aber sie haben die Strecke nicht unbedingt einfacher gemacht.

UTFS 2026 Youthtrail
UTFS 2026 Youthtrail

Die Jungs: Titelverteidiger – und große Enttäuschung

Den wohl bittersten Moment des Tages haben wohl meine zwei Kids Leander und Elischa erlebt. Beide gingen als Titelverteidiger an den Start des Youthtrails – im letzten Jahr hatten sie die 4,5 km auf Platz 1 und 2 für sich entschieden. Entsprechend zählten sie auch in diesem Jahr zu den Favoriten.

Was dann passierte, war für die beiden dramatisch: Die komplette Führungsgruppe – fünf bis acht Jugendliche – wurde falsch geleitet. Statt der vorgesehenen 4,5 Kilometer mit 190 Höhenmetern standen am Ende 6 bzw. 10 Kilometer auf den Sportuhren. Alle Favoriten haben einen riesigen Umweg gelaufen und haben entsprechend spät das Ziel erreicht.

Dass Leander am Ende trotzdem als Vierter (29:15) und Elischa als 17. (53:55) ins Ziel gekommen sind, sei hier nur eine kleine Randnotiz. Die Enttäuschung war auf jeden Fall groß. Als Ausgleich wurde aber tatsächlich allen fehlgeleiteten Jugendlichen ein kostenloser Startplatz für kommendes Jahr und ein Merchandise Artikel zugesichert.

UTFS 2026
UTFS 2026

Mareika: Souverän durch den Speedtrail

Auch Mareika war bereits zum dritten Mal beim UTFS am Start – und man merkt, dass sie mit der Strecke und ihren Tücken inzwischen vertraut ist. Der Speedtrail fordert von der ersten bis zur letzten Minute: Singletrails, Wurzeln, Felsen, steile Anstiege und Abstiege, aber auch flache, schnelle Passagen auf einem Radweg.

Mareika hat das Rennen gut durchgezogen und ist mit 4:27:34 als 29. Frau (Master Women: Platz 22) ins Ziel gekommen. Vor allem: Sie ist mit einem Lächeln und Spaß am Sport durchs Ziel gelaufen. Das ist nach einem solchen Tag eigentlich das Wichtigste.

UTFS 2026
UTFS 2026 Marcel Neumann

Mein Rennen: Glück mit dem GPX-Track

Bei mir lief es soweit auch gut. Der Plan ist aufgegangen, die Vorbereitung über die Trainingswettkämpfe hat sich genau so ausgezahlt, wie ich mir das vorgestellt hatte. Am Ende standen 3:17:30 und Platz 11. Master Men auf der Urkunde.

Allerdings: Auch auf dem Speedtrail hat sich eine Gruppe verlaufen, einige Favoriten haben dadurch unfreiwillig Bonuskilometer gesammelt. So z.B. der letztjährige Dritte und Laufbekannte Manuel Werner vom SV Hünfeld. Mir ist die kritische Stelle zum Glück sehr früh aufgefallen, weil ich den GPX-Track auf der Uhr laufen hatte.

Wer sich unter dem Charakter der Strecke wenig vorstellen kann, dem hilft vielleicht dieser Vergleich: Man kann sich die Passagen beim UTFS gut wie die technischen Abschnitte bei der Berglauf DM in Breitungen vorstellen. Permanent steile Anstiege und Abstiege, höhenmetermäßig fordernd und mit einer Konzentration, die keine Sekunde nachlassen darf. Nur dass das beim UTFS eben über 33 statt über 13 Kilometer geht.

UTFS 2026 Start Ultratrail
UTFS 2026 Start Ultratrail

Fazit

Sportlich war es für mich ein guter Tag und ein gelungenes Highlight im Frühling. Die Saisonplanung ist aufgegangen, die Form stimmt. Familiär war es ein Wechselbad: Mareika und ich sind zufrieden ins Ziel gekommen, die Jungs haben eine bitteres Erfahrung verarbeiten müssen.

Die Fränkische Schweiz bleibt für uns trotzdem eines der schönsten Trailreviere in Deutschland. Wir kommen wieder. Versprochen. 


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