Pain Cave Marcel Neumann

Die „Pain Cave“: Was wir in Therapie und Klinikalltag von Ultraläufern lernen können

Wenn die weltbeste Ultraläuferin Courtney Dauwalter über ihre „Pain Cave“ spricht, denke ich sofort an Therapieprozesse und an meine tägliche Arbeit mit kreativen und therapeutischen Prozessen.

“I put on my hard hat, I grab a chisel and I imagine going into the very back corners of that pain cave and just digging into the work. Each time I go in the cave, it’s getting bigger for the next visit.”

Courtney Dauwalter, Ultraläuferin

Im Ultralauf steht die „pain cave“ für den Punkt, an dem es weh tut, unbequem wird, Zweifel laut werden, man an das Abbrechen des Laufes nachdenkt. Genau dort beginnt die eigentliche Arbeit.

In der Therapie kennen wir einen sehr ähnlichen Raum:

• Wir betreten mit Patient:innen innere „Schmerzräume“

• Jede Stunde, in der jemand sich traut hinzuschauen, erweitert sich die „Pain Cave“: mehr Bewältigungserfahrungen, mehr Werkzeuge, mehr Handlungsspielraum!

• Auch für uns Behandler:innen gibt es eine eigene „Pain Cave“: Belastungsgrenzen wahrnehmen, reflektieren, Supervision nutzen, professionell wachsen.

Für mich bedeutet das konkret:

Therapeutische Prozesse sind kein Sprint, sondern eine wiederkehrende Entscheidung, immer wieder den metaphorisch Helm aufzusetzen, den Meißel in die Hand zu nehmen und gemeinsam weiterzuarbeiten. In kleinen Schritten und in der selbstgewählten passenden Geschwindigkeit.

Wie gehst du mit deiner eigenen „Pain Cave“ im Berufsalltag um als Therapeut:in, Pflegekraft, Ärzt:in oder Führungskraft?

Passend dazu:

Courtney Dauwalter’s Ultimate Challenge: Three Iconic 100-mile Races in One Summer


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